Ängste und Panik beim Zahnarzt
- Ostara

- 22. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Ängste und Panik – und wie sie leiser werden können
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da waren Ängste kein leises Gefühl im Hintergrund, sondern ein lauter, alles einnehmender Zustand. Besonders die Zahnarztangst war für mich mehr als Unbehagen. Sie war Todesangst. Ein physischer und mentaler Ausnahmezustand, in dem der Körper rebellierte und der Verstand nur noch Flucht kannte.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Der Termin rückt näher, der Atem wird flacher, Gedanken überschlagen sich. Es ist, als würde etwas in dir die Kontrolle übernehmen – obwohl du rational weißt, dass keine echte Gefahr besteht.
Ich schreibe das nicht, um Angst zu verstärken. Sondern um dir zu sagen: Du bist damit nicht allein. Und vor allem: es kann sich verändern.
Angst ist kein Zeichen von Schwäche
Das ist mir heute besonders wichtig. Angst bedeutet nicht, dass man „zu sensibel“ ist oder sich „zusammenreißen“ müsste. Angst ist ein Schutzmechanismus. Ein sehr alter, sehr kraftvoller. Manchmal ist er einfach zu gut in seinem Job.
Bei mir hatte sich dieser Mechanismus u. an. beim Zahnarzt festgebissen. Mein Körper reagierte, als ginge es ums Überleben. Und genau deshalb brauchte es keinen Kampf gegen die Angst, sondern einen neuen Umgang mit ihr.
Mein Weg: sanft, nicht radikal
Ich habe vieles ausprobiert. Unter anderem Hypnose. Nicht als magischen Schalter, der alles sofort löscht, sondern als Möglichkeit, meinem Unterbewusstsein neue Erfahrungen anzubieten.
Heute gehe ich nicht gern zum Zahnarzt und das muss ich auch nicht. Aber ich gehe hin. Ruhiger. Klarer. Und: Ich kann mittlerweile auch alleine gehen. Für manche mag das selbstverständlich sein. Für mich war es ein riesiger Schritt.
Als Hypnotiseurin und Coach weiß ich heute: Veränderung muss nicht laut sein. Sie darf leise wachsen.
Ein kleiner Tipp, der mir sehr geholfen hat
Vor dem Termin und auch im Wartezimmer habe ich begonnen zu dichten. Kleine, harmlose Sätze. Zum Beispiel: Der Zahnarzt ist ein toller Mann, der meinen Zähnen helfen kann.
Was mir überraschend viel Ruhe gegeben hat, war etwas sehr Einfaches – und fast Spielerisches.
Manchmal habe ich diese Zeilen sogar leise gesungen, innerlich oder ganz sanft vor mich hin. Es ging nicht darum, mich zu überzeugen. Sondern meinem Nervensystem etwas anderes anzubieten als Katastrophengedanken.
Rhythmus, Sprache, Melodie – all das kann beruhigen. Es holt dich zurück ins Hier und Jetzt. Und es gibt dir ein Stück Selbstwirksamkeit zurück.
Wenn du gerade mitten in der Angst steckst
Dann lies bitte diesen Satz langsam:
Du musst heute nichts „besiegen“.
Manchmal reicht es, einen winzigen Schritt zu machen. Oder einfach nur freundlicher mit dir zu sein als gestern. Angst wird oft kleiner, wenn sie nicht mehr bekämpft wird.
Und auch wenn es sich jetzt vielleicht nicht so anfühlt: Dein Körper kann lernen, dass er sicher ist. In seinem Tempo.
Zum Schluss
Ich glaube nicht an Perfektion. Ich glaube an Entwicklung. An Wege, die nicht gerade verlaufen. Und an die Kraft, die entsteht, wenn wir aufhören, uns für unsere Angst zu verurteilen.
Wenn meine Geschichte dir ein kleines bisschen Mut gemacht hat, dann hat dieser Text seinen Zweck erfüllt.
Und vielleicht summst du beim nächsten schwierigen Moment einfach ein paar eigene Zeilen vor dich hin. Nicht, um die Angst wegzumachen – sondern um dir selbst nahe zu sein.
