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Emotionale Verantwortung in Beziehungen

  • Autorenbild: Ostara
    Ostara
  • 20. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn Du fremde innere Unordnung trägst - über Verantwortung, Abgrenzung und die Konsequenzen für Beziehungen

Nicht jeder Mensch handelt aus innerer Klarheit heraus. Ein ungeheilter Mensch lebt oft aus innerer Unordnung und er erzeugt daraus Drama, emotionale Instabilität und Konflikte.

Das Entscheidende dabei: Die Verantwortung für dieses innere Chaos wird unbewusst nach außen verlagert. Häufig auf den Menschen, der emotional verfügbar, reflektiert oder stabil erscheint. Vielleicht auf Dich.

Ich kenne das sehr gut. Ich bin damit aufgewachsen.

Als Kind habe ich erlebt, dass meine Eltern ihre Emotionen nicht regulieren konnten. Wut, Überforderung, innere Spannungen, all das wurde ausgelebt - übergriffig. Heute nennt man das emotionalen Missbrauch, körperlichen Missbrauch. Eben Missbrauch.

Und ich war da. Empfänglich. Anpassungsfähig. Still.


Später habe ich dieses Muster wiedererkannt. In Partnerschaften. In Freundschaften.

Immer wieder fand ich mich in der Rolle wieder, die ausgleicht, versteht, hält. Weil ich es so gelernt hatte. Weil das mein Überleben sicherte.


Was vertraut ist, fühlt sich oft „normal“ an, auch wenn es uns innerlich überfordert. Und so übernehmen wir Verantwortung für Gefühle, die nicht unsere sind. Das passiert lange, bevor merken, was das mit uns macht.


Wie Du unbemerkt eine Rolle einnimmst, die Dir nicht entspricht

Wenn Du beginnst,

  • emotionale Spannungen auszugleichen

  • Konflikte zu entschärfen, die nicht Deine sind

  • Verantwortung für Gefühle zu tragen, die nicht aus Dir stammen

nimmst Du eine Position ein, die Dir innerlich nicht entspricht.

Du wirst zur regulierenden Instanz für etwas, das außerhalb Deiner Zuständigkeit liegt. Das geschieht selten bewusst und es hat Folgen.


Das passiert schleichend. Deine eigene Wahrnehmung wird leiser. Deine Bedürfnisse treten zurück. Deine innere Stabilität beginnt zu bröckeln.


Und das, obwohl Du „eigentlich nichts falsch machst“.

Verantwortung gehört dorthin zurück, wo sie entstanden ist

Ein zentraler psychologischer Grundsatz lautet: Jeder Mensch trägt die Verantwortung für seinen eigenen inneren Zustand.


Das bedeutet, Du bist nicht zuständig für:

  • die emotionale Lage Deines Partners

  • sein inneres Chaos

  • ungelöste Konflikte oder fehlende Reife

Innere Entwicklung ist nicht übertragbar. Du kannst sie nicht mittragen, nicht beschleunigen und nicht für jemand anderen leisten. Wenn du versuchst, diese Verantwortung zu übernehmen, kostet Dich das Kraft.

Reife Beziehung bedeutet nicht, einander zu regulieren. Sondern einander zu begegnen –aus eigener innerer Verantwortung heraus.

Warum Dein inneres Feld Stabilität braucht

Dein Nervensystem reagiert auf ungeklärtes Chaos, auch wenn Du es nicht sofort bemerkst. Fremde innere Unordnung wirkt immer:

  • sie greift in Dein System ein

  • schwächt Deine Klarheit

  • erschwert Deinen eigenen Weg

Weil Du permanent etwas ausgleichst, das nicht aus Dir stammt.

Das kostet Kraft. Und es entfernt Dich von Dir selbst.



Die Konsequenzen für Beziehungen

Beziehungen, in denen Verantwortung dauerhaft verschoben wird, verlieren ihr inneres Gleichgewicht. Das geschieht meist leise, über einen längeren Zeitraum.

Was als Mitgefühl beginnt, wird zur Dauerbelastung.


Ich kenne das nicht nur aus meiner Arbeit, sondern aus meinem eigenen Leben.

Ich kenne dieses ständige Dasein. Dieses Mitfühlen. Dieses innere Mittragen.

Und ich weiß, wie unmerklich man in eine Rolle hineinrutscht, in der man mehr hält, als einem guttut.

Typische Folgen zeigen sich oft erst dann, wenn man schon lange zu viel gibt:

  • emotionale Erschöpfung, die sich nicht mehr erklären lässt

  • immer wiederkehrende Konflikte ohne echte Lösung

  • das Gefühl, sich selbst irgendwo auf dem Weg verloren zu haben

  • eine innere Distanz, die wächst, obwohl man sich immer mehr bemüht

Und das ist kein Einzelfall. So vielen Menschen geht es genau so.

Menschen, die sensibel sind.

Menschen, die gelernt haben, sich anzupassen, statt oder um sich zu schützen.

Du gibst. Du verstehst. Du trägst mit.


Und während du versuchst, die Beziehung zu halten, gibst du Stück für Stück dich selbst ab.


Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem klar wird: Du verlierst nicht die Beziehung.

Du verlierst dich.

Porträt Ostara J Hennig in Natur, schwarz gekleidet, rechte Hand über dem Herzen ruhend

Abgrenzung ist kein Rückzug sondern Selbstrespekt

Viele Menschen haben gelernt, Abgrenzung mit Härte oder Liebesentzug zu verwechseln. Ich weiß heute, das Gegenteil ist wahr.

Abgrenzung ist:

  • ein Akt innerer Klarheit

  • Ausdruck von Selbstverantwortung und Selbstrespekt

  • Voraussetzung für echte Beziehung auf Augenhöhe

Du kannst nur verbunden bleiben, wenn Du innerlich bei Dir bleibst.



Wenn Du spürst, dass Du in Beziehungen mehr trägst, als Dir guttut, und Du wieder in Deine innere Ordnung zurückfinden möchtest, begleite ich Dich gern dabei.


Schreib mir, wenn Du klären möchtest, ob dieser Weg für Dich passend ist. E-Mail: ostara@leben-ohne-rauch.com


Herzlichst, Ostara

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